Kolonialismus – erinnern, aufarbeiten, wiedergutmachen
Berlin 17.02.2010
Im Rahmen der dreimonatigen Gedenkkampagne "125
Jahre Berliner Afrika-Konferenz - erinnern, aufarbeiten, wiedergutmachen"
hat ein bundesweites Bündnis von mehr als 75 Organisationen der Zivilgesellschaft,
von Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und Prominenten mit über 50 Veranstaltungen
an die Aufteilung Afrikas unter den europäischen Kolonialmächten erinnert.
Das Kampagnenbündnis fordert die kritische Aufarbeitung der Verbrechen
des deutschen Kolonialismus und Rassismus sowie konkrete Maßnahmen zu
ihrer Wiedergutmachung.
Am 27. Februar 2010, 125 Jahre nach dem Ende der sogenannten Afrika-
oder Kongokonferenz, findet in Berlin der feierliche Kampagnenabschluss
mit zwei Veranstaltungen statt.
Umbenennung des Gröbenufers in May-Ayim-Ufer [11-13 Uhr]
Bei einem gemeinsamen Festakt mit dem Bürgermeister von Friedrichshain-Kreuzberg, Franz Schulz, Weggefährtinnen von May Ayim und Vertreter/innen der Zivilgesellschaft werden die neuen Straßenschilder am May-Ayim-Ufer in Kreuzberg enthüllt.
Die Umbenennung ist ein Signal für einen neuen Umgang mit Berlins
kolonialer Vergangenheit: In Zukunft wird nicht mehr der für Kurbrandenburgs
Sklavenhandel mitverantwortliche Otto Friedrich von der Gröben, sondern
die afrodeutsche Wissenschaftlerin und Dichterin May Ayim (1960–1996)
geehrt. Sie wandte sich gegen den fortbestehenden Rassismus in Deutschland
und machte immer wieder auf die unaufgearbeitete koloniale Vergangenheit
aufmerksam.
Damit wird der erste von vielen Straßennamen verändert, die in Berlin
bis heute kolonialer Gewaltpolitik und Propaganda Raum geben. Die Feier
findet im Zelt des Zirkus Cabuwazi, Gröbenufer 2, Berlin, U-Bhf. Schlesisches
Tor statt.
Gedenkmarsch für die Opfer von Sklaverei und Kolonialismus [13-15 Uhr]
Im Anschluss findet der traditionelle Gedenkmarsch des
Komitees für ein afrikanisches Denkmal
in Berlin (KADIB) statt, der an die Opfer von Sklaverei, Sklavenhandel,
Kolonialismus und rassistischer Gewalt erinnert.
Er geht vom Gröbenufer (dann: May-Ayim-Ufer) zur Gedenktafel für die
Berliner Afrika-Konferenz in der Wilhelmstraße 92.
KADIB und die Kampagne „125 Jahre Berliner Afrika-Konferenz“ verleihen damit ihren gemeinsamen Forderungen und speziell der nach einem zentralen Berliner Mahnmal für die Opfer des deutschen Kolonialsimus/Rassismus Nachdruck.
Weitere Informationen:
www.berliner-afrika-konferenz.de
Pressekontakte: Sven Mekarides (Kampagnensprecher) Tel. 0162 4517504
Moctar Kamara (Afrika-Rat) Tel. 0172 1797958
Christian Kopp (Berlin Postkolonial) Tel. 030 23132154
Armin Massing (Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag) Tel. 030
42851587




